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Flexodruck

Der Flexodruck ist ein Verfahren des direkten Rotationsdruckes mit elastischen, erhabenen Druckformen ("Klischees"). Diese werden auf Plattenzylinder mit unterschiedlichem Umfang mit beidseitigem Klebeband befestigt.

Die Farbe aufnehmenden Elemente des Klischees sind reliefartig erhaben ("Hochdruck") und drucken das Bild. Die nicht druckenden Bereiche liegen vertieft und werden nicht mit eingefärbt. Der Druck erfolgt gegen einen Gegendruckzylinder. Die flexible Beschaffenheit der Druckformen erlaubt auch das Drucken auf rauen Oberflächen.

Die Übertragung der dünnflüssigen Farbe zum Druckformzylinder kann prinzipiell entweder im "Quetschbetrieb" oder im "Rakelbetrieb" erfolgen.

Während im Quetschbetrieb die Dosierung der übertragenen Farbmenge durch die Veränderung des Anpressdrucks zwischen zwei Übertragungswalzen gesteuert wird (Tauchwalze und Auftrags-/Rasterwalze), erfolgt die Dosierung im Rakelbetrieb durch die unterschiedliche Anstellung einer Rakel. Weil dies eine exaktere Einstellung der Farbdosierung erlaubt, sind neuere Maschinen weitgehend mit Farb-Kammerrakeln ausgestattet.

Die Abbildung zeigt schematisch den Aufbau eines solchen Druckwerkes.

Bild: Farbwerkaufbau einer Flexodruckmaschine mit Kammerrakel

1 Rakel, 2 Rasterwalze, 3 Formzylinder


Bild: Flexodruckmaschine mit Zentralzylinder und Trockner



 

Verpackungs-Tiefdruck

Beim Tiefdruck liegen die druckenden Stellen der Druckform (Näpfchen) vertieft. Die Druckform wird durch Eintauchen in dünnflüssige Druckfarbe eingefärbt und überschüssige Farbe anschließend mit einem Stahlmesser (Rakel) abgezogen. Während des Druckvorganges wird die Druckfarbe aus den Vertiefungen der Druckform direkt auf den Bedruckstoff übertragen (direktes Druckverfahren).

Bild: Farbwerk-Aufbau einer Tiefdruckmaschine



Die Druckformen bestehen aus Metallzylindern, in deren Kupferoberfläche das Druckbild eingraviert wird. Anschließend wird der Zylinder für eine höhere Beständigkeit galvanisch mit Chrom beschichtet. Die stabilen Druckformen erlauben einen hohen Anpressdruck und gewährleisten damit auch bei hohen Druckgeschwindigkeiten sehr hochwertige Druckergebnisse. Mit Tiefdruckzylindern lassen sich hohe Standzeiten von über einer Million Drucken erreichen.

Farbanzahl und Maschinentypen

Im Gegensatz zu den Druckverfahren des grafischen Druckbereichs (Offsetdruck, Illustrationstiefdruck) wird im Verpackungsdruck üblicherweise mit Echtfarbtönen gearbeitet (d.h. es erfolgt keine Zusammensetzung der optisch wahrgenommenen Farbe aus "Raster"-Punkten).

Aus diesem Grund sind die Maschinen meist mit einer großen Zahl von Farbwerken ausgestattet, damit sie in einem Druckvorgang 8 und mehr Farben aufbringen können. Dabei können auch Grundierungen oder Decklacke mit aufgetragen werden, die besondere Eigenschaften der Druckschichten sicher stellen (so genannte "Echtheiten" wie: Lebensmittelechtheit, UV-Beständigkeit etc).

Bei den Druckmaschinen lassen sich folgende Grundtypen differenzieren:

Vorsatzdruckwerke sind einzelne Druckwerke für den Auftrag einer Farbe oder eines Lackes. Sie kommen überwiegend im Rahmen von Produktionsprozessen wie der Packstoffherstellung oder der Veredelung von Papierbahnen und Folien zum Einsatz. Ein Beispiel ist der so genannte Preprint von Wellpappen-Decklagen mit einem Flexodruck-Vorsatzdruckwerk vor der Kaschieranlage.

Zentralzylindermaschinen

Bei den Zentralzylindermaschinen liegen alle 6 bis 8 Farbwerke satellitenartig um einen Gegendruckzylinder. Vorteile bringt dieser Maschinentyp vor allem beim Bedrucken von dehnbaren Folien und anderen nicht formatstabilen Bedruckstoffen. Zwischen den einzelnen Farbwerken sind so genannte Zwischentrockner angeordnet, die mit Heißluft einen ersten Trocknungsschritt der Farbe einleiten.

Um die Farbtrocknung abzuschließen wird die Bedruckstoffbahn nach dem letzten Druckwerk durch einen Trockenkanal geführt.

Bild: Zentralzylinder- und Mehrzylinder-Druckmaschine

Mehrzylindermaschinen

Bei den Mehrzylindermaschinen besitzt jedes Druckwerk einen eigenen Gegendruckzylinder. Es wird zwischen Ständer- und Tandemdruckmaschinen unterschieden.

Bei Reihen-Mehrzylindermaschinen weist jedes Druckwerk einen eigenen Druckwerkständer mit Gegendruckzylinder auf. Der Bedruckstoff legt bei diesem Typ zwischen den Druckwerken eine längere (Trocknungs-) Strecke zurück.

Bild: Reihen-Mehrzylindermaschinen



In Reihen-Mehrzylindermaschinen sind auch kombinierte Produktionen in Flexo- und Tiefdruck-Farbwerken möglich.

 

 

 

 


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